Pilgerreise nach Rom

 
Vom 06. bis 12. November 2011 unternahm die Seelsorgeeinheit Reichenau eine Pilgerreise nach Rom.
Bei dieser besonderen Reise wurde Rom bei Besichtigungen von der Antike bis zur Gegenwart umfassend erlebt. Natürlich stand der Besuch der Klassiker Kolosseum, Forum Romanum und des Vatikans, wie zahlreicher weiterer bekannter Sehenswürdigkeiten auf dem Programm. Unsere Benediktinerpatres Pater Stephan und Pater Hugo (der sechs Jahre in Rom gelebt hat) haben uns geistlich begleitet und uns die frühchristliche Seite und die Kirchengeschichte näher gebracht. Last but not least haben wir einen Abstecher nach Subiaco unternommen und uns auf die Spuren des heiligen Benedikt von Nursia, dem Ordensgründer des Benediktinerordens, begeben.

Vom Homepageteam war Sibylle Häringer mit dabei und berichtete hier jeden Tag aktuell im „Pilgerblog“.
Sämtliche Bilder finden Sie HIER.
Die Abschlusspredigt von P. Dr. Hugo S. Eymann OSB können sie hier
 Predigt-P_Hugo Predigt-P_Hugo [9.1 kB]
herunterladen.



Tag 1: Sonntag, der 06. November 2011: Die Ankunft 
 
Heute Morgen hat sich, wie lange erwartet, die Rompilgergruppe der SE-Reichenau unter Leitung von Uwe Anker gemeinsam auf den langen Weg nach Italien gemacht.
42 Pilger wurden in Ober-, Mittel- und Niederzell vom Bus eingsammelt. Dann ging es nach einer Begrüßung durch Pater Stephan Vorwerk OSB und ein Morgengebet in Richtung Flughafen Zürich.
 
Nach einem guten Flug haben wir auf dem Weg zu unserem Hotel schon erste Blicke auf den Petersdom, den Vatikan, die Engelsburg und den Tiber mit seinen Brücken erhaschen können.
 
Wir wollen den 1. Abend, nach dem Bezug der Zimmer im wunderschönen Hotel Visconti Palace, gemeinsam bei einem Abendessen ausklingen lassen.
 
Dabei lassen wir das nächtliche Rom mit all seinen wunderbar beleuchteten Gebäuden auf uns wirken.
 
Seien Sie gespannt auf schöne Bilder in den nächsten Tagen.


Tag 2: Montag, der 07. November 2011: Einführung in das katholische Rom

Besuch von drei der vier päpstlichen Basiliken und einer Katakombe

Gestärkt mit einem fürstlichen Frühstück haben wir uns heute mit unserer Reiseleiterin Frau Fischer mit dem Bus auf den Weg gemacht.
Als Historikerin und Archäologin konnte sich uns die kirchliche Geschichte Roms, die mit Petrus und Paulus ihren Anfang nahm, nahe bringen.

Die Papst- und Bischofskirche von Rom, San Giovanni in Laterano, war mit dem angeschlossenen Lateranspalast lange Sitz des Papstes. Sie ist und war seit 314 nach Christus das „Haupt und die Mutter aller Kirchen“. Bevor wir in die Kirche traten hat uns bereits die heilige Pforte beeindruckt. In der Kirche wuchs der Eindruck der Superlative, aber ins Herz ging es allen als die gesamte Pilgergruppe im Baptisterium San Giovanni in Fonte (Taufkapelle) das „Salve Regina“ intonierte.

Im Bus fuhren wir an zahlreichen bedeutenden Kirchen und antiken Bauten zur zweiten Papstbasilika, der Kirche Santa Maria Maggiore. In dieser Basilika ist die tiefe Verehrung Marias sichtbar. Hier war den Erbauern und den Päpsten nichts zu teuer. Die Rosetten aus purem Gold das der Borgiapapst Alexander VI. aus den neuen amerikanischen Kolonien „importiert“ hatte, hat uns zum Nachdenken gebracht.

Mittags ließen wir die Stadtmauer hinter uns und besichtigten die Domitilla-Katakombe. Tief unter der Erde fand man eine spätantike Grablege, deren Bemalung noch heute in voller Farbenpracht erhalten ist. Das Bildnis von Paulus und Petrus aus Erzählungen von Zeitzeugen ist uns so erhalten geblieben.

Zum Abschluss besuchten wir als dritte päpstliche Kirche die Basilika St. Paul vor den Mauern. Die sonst überfüllte Kirche war heute menschenleer, wie wenn sie auf uns gewartet hätte. So erfüllte uns der Eindruck dieser gewaltigen Kirche vom Fußboden bis zur Apsis. Beim Paulusgrab kam so eine tief andächtige Stimmung auf. 


Tag 3: Dienstag, der 08. November 2011: Der Vatikan

Im Vatikan, im Brennpunkt der katholischen Kirche ….

Nachdem wir gestern drei, der vier Papstkirchen fast allein auf uns wirken lassen konnten, haben wir heute die päpstliche Basilika St. Peter und den Vatikan besucht. Von weitem haben wir bei der Anfahrt schon den St. Peter und den Petersplatz gesehen. Wenigstens auf dem Petersplatz konnten wir den Vorteil einer Novemberpilgerfahrt mit relativ wenigen Besuchern genießen. So ließen wir die Pracht auf uns wirken, die sich dann im bereits gut gefüllten „Petersdom“ verstärkte.

Sei es in St. Peter, den vatikanischen Museen oder in der Sixtinischen Kapelle: Hier im Brennpunkt der katholischen Kirche ist die Prachtentfaltung vieler Päpste und der Künstler vieler Epochen mit dem Ziel des Gotteslobs überwältigend. Überwältigend ist auch, dass St. Peter Menschen aus aller Welt alle anzieht, fromme und weniger fromme, Kleriker und Ordensleute, Kunst- und Geschichtsinteressierte, Touristen und ernsthafte Pilger. Wer will ahnen, wer mit welcher Intention kommt und wer ahnt, was der heilige Geist an diesem Ort bei den Besuchern bewirkt. Man spürt, alle sind willkommen (und auch deren „Geld“) - So präsentierte sich uns der Vatikan als Zentrum der „katholischen“ Kirche.

Im Highlight des Vatikans, der Sixtinischen Kapelle, die an manchen Tagen von bis zu 25.000 Menschen besucht wird, waren wir von der Intensität der Bilder fast geblendet. Aber andächtige Stille konnte dort nicht aufkommen.

Die fand man etwas, in der Sakramentskapelle von St. Peter, in der der Strom der Menschen nur noch wie Meeresrauschen vernehmbar war … aber zum Schluss hat sich dann doch aufgedrängt: „Mein Gott was für ein Rummel ist hier um Petrus entstanden.“ Ganz anders als die andächtige Stille gestern am Grab vom Heiligen Paulus in St. Paul vor den Mauern.


Tag 4: Mittwoch, der 09. November 2011: Die Papstaudienz

Papstaudienz bei strahlendem Sonnenschein

Pünktlich zur Papstaudienz zeigte der Himmel sein strahlendstes Gesicht. Strahlend war auch die Laune aller Pilger aus der ganzen Welt auf dem Petersplatz. Die Stimmung war fröhlich, die Gruppen jung, international und bunt. Die Audienz und die Wartezeit wurden durch die Musikkapellen musikalisch umrahmt. Bei unserem Platz fuhr der Papst zweimal vorbei und wir waren in nächster Nähe dabei. Die Begeisterung der Psalmauslegung Papst Benedikts XVI. äußerte sich im Beifall und Jubel der Pilgergruppen.

Am Nachmittag unternahmen wir unter der Führung von Frau Fischer einen Stadtrundgang durch Rom. Der Rundgang führte uns über die Piazza Nuovo zum Pantheon und zum Schluss zu den spanischen Treppen. Dazwischen haben wir noch weitere bekannte und weniger bekannte kunsthistorische und kirchliche Highlights Roms nähergebracht bekommen.

Das Pantheon wird uns durch seine Architektur und die geglückte Umwidmung des ursprünglich antiken Tempels aller Planetengötter in die Kirche „Aller Heiligen“ immer in Erinnerung bleiben. Die perspektivische Deckenbemalung der Jeusitenkirche des Ignatius von Loyola hat alle beeindruckt. Den Abschluss des Rundgangs machte die spanische Treppe. Der Blick von ganz oben beschenkte uns mit einem traumhaften Sonnenuntergang über den Dächern von Rom.


Tag 5: Donnerstag, der 10. November 2011: Das antike Rom

Frau Fischer hat uns anhand ihres reichen Wissensschatzes die Lebensweise, die Geschichte und die Kulte des antiken Roms im Kolosseum, dem Forum Romanum und dem Palatin näher gebracht. Die Sonne schenkte uns einen wunderbaren Frühlingstag und wir genossen die spannenden Geschichten. Aus den Ruinen und Steinen wuchsen Tempel, Theater und Versammlungsorte voller antikem Treiben.

Der Nachmittag stand uns zur freien Verfügung. Frau Fischer gab uns bei allen Führungen Tipps, was wir noch anschauen könnten und manches wollte man auch noch ein zweites Mal anschauen. So verflog der „freie“ Nachmittag wie im Flug und neben einem sensationellen Eis im Giolitti und einem fantastischen Espresso im Eustachio konnte noch manches Mitbringsel besorgt werden.

Am Abend überquerten wir den Tiber und trafen wir uns wieder bei Santa Maria in Trastevere um nach dem Besuch dieser wunderschönen Kirche den Abend gemeinsamen bei Pizza und einem guten Wein ausklingen zu lassen.


Tag 6: Freitag, der 11. November 2011: weitere Ausflüge

Hadriansvilla und Subiaco die Höhle des heiligen Benedikts von Nursia

Bei frühlingshaften Temperaturen und strahlendem Sonnenschein ließen wir heute Rom hinter uns und fuhren nach Tivoli zur Hadriansvilla. Kaiser Hadrian, der vielgereiste Philosoph und Gelehrte auf dem Kaiserthron, ließ in einer riesigen Parkanlage einen innovativen Gebäudekomplex errichten. Die Hadriansvilla war seine Residenz der letzten vier Lebensjahre und spiegelte mit Ruhezonen, Wasserspielen und repräsentativen Gebäuden die ganze Welt des römischen Reiches um 140 nach Christus und seine persönliche Lebenswelt wieder. An diesem Novembermorgen lag uns die Hadrianvilla exklusiv zu Füßen. Durch die Erklärungen von Frau Fischer tauchten die Verwendung und das Raumgefühl der einzelnen Orte plastisch vor unseren inneren und äußeren Augen auf.

Danach fuhren wir Richtung Berge. Nach einem wunderbaren Mittagessen in Subiaco sind wir zum Sacre Speco aufgestiegen um das kleine Benediktinerkloster Sacre Speco, Subiaco zu besuchen. Im Kloster ist die Höhle in die sich der Heilige Benedikt einige Jahre als Eremit zurückzog und wo er die Erfahrungen machte, die ihn dazu befähigten, Gemeinschaften und Klöster zu gründen. Im Gedenken an den Heiligen Benedikt und den Tagesheiligen St. Martin feierten Pater Stephan und Pater Hugo mit uns die heilige Messe. Hier brachten wir unseren Dank für diese schöne und bewegende Pilgerreise vor unseren Herrn. Die tiefgründige Predigt von Pater brachte alles Erlebte und Empfundene dieser Tage auf den Punkt.

Wir ließen den Tag gemeinsam in einem römischen Ristorante ausklingen.


Tag 7: Samstag, der 12. November 2011: der letzte Tag

Heimflug und Fazit

Jetzt heißt es bei Sonnenschein und warmen Temperaturen Abschied nehmen von Rom. Ein letzter Blick über die Dächer von Rom aus dem Bus - und es geht nach Hause.

Es waren wunderbare Tage, die uns als Gemeinschaft zusammengeschweißt haben. Wir haben die Ursprungsorte unserer Kultur und unseres Glaubens besucht. Wir haben gestaunt, viel gelernt; gemeinsam und allein gebetet. Eben auch gepilgert… und natürlich haben wir den Papst gesehen. Wir haben uns untereinander näher und vielleicht uns selbst in vielen Gesprächen und Begegnungen kennengelernt.

Wenn wir uns jetzt auf der Insel sehen und nach dem Gottesdienst treffen und in den Gremien miteinander gestalten, wird es sicherlich anders sein… besser…


Wir danken allen Lesern für das Verfolgen unseres Pilgerblogs!
Ebenso danken wir Sibylle Häringer für die freundliche Berichterstattung "Live aus Rom".
Ein weiteres dankendes Wort sei an Axel Morat gerichtet, der uns dauerhaft mit sehr eindrucksvollen Bildern versorgte!